Was heute eine feste Tradition ist, begann vor über 40 Jahren im kleinen, privaten Kreis. Der Grundstein für die Radlwallfahrt wurde von Christa Bader aus Unterwindering gelegt. In den 1980er-Jahren machte sie sich am Pfingstmontag zusammen mit ihren Töchtern, ihrer Schwester und weiteren Verwandten mit dem Fahrrad auf den Weg nach Altötting.
Diese familiäre Wallfahrt wiederholte sich über einige Jahre hinweg und weckte bald das Interesse weiterer Mitbürger. Deshalb band Christa Ende der 1990er-Jahre die gesamte Pfarrei mit ein. Über die Frauengemeinschaft lud sie alle Interessierten zum Mitfahren ein. Die Resonanz war großartig: Die Gruppe wuchs stetig an und zählte meist zwischen 20 und 30 begeisterte Radler.

Der Ablauf folgte damals einem festen Rhythmus: Es wurde – nur bei schönem Wetter – pünktlich um 6 Uhr in Unterwindering gestartet, damit die Wallfahrt bis 10 Uhr zum Gottesdienst in Altötting sein konnte. Eine stärkende Pause in Engelsberg und ein kurzes, christliches Innehalten am Marterl bei Tüßling wurden eingehalten. Zur Sicherheit rollte meistens ein Begleitfahrzeug mit. Zum Mittagessen ging es wieder zurück zum Bräu im Moos. Danach achtete Christa stets darauf, dass alle zügig und sicher wieder nach Hause kamen.
Nach dem schmerzlichen Verlust von Christa Bader 2016, übernahm die Gemeinschaft katholischer Frauen Vogtareuth die Organisation, um die beliebte Wallfahrt in Sinne von Christa weiterzuführen. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Routen ausprobiert. Heute führt der Weg über die idyllische Kirche in Bennoberg, wo die Wallfahrer eine kleine Andacht halten und eine Pause einlegen.
Auch der Zeitplan wurde leicht angepasst: Der Aufenthalt in Altötting ist etwas länger, damit die Radler den feierlichen Einzug der Fußpilger miterleben können. Unverändert blieb die gesellige Einkehr beim Bräu im Moos, wo traditionell auch diejenigen dazu stoßen, die die Radler mit dem Auto abholen.
Seit einigen Jahren hat sich das Bild der Wallfahrt optisch verändert: Die überwiegende Anzahl der Teilnehmer ist heute mit dem E-Bike unterwegs. Dank der elektrischen Unterstützung nehmen inzwischen sogar einige Fleißige den kompletten Rückweg auf sich – damit zeigt der Tacho am Ende des Tages über 120 km an.
Ein herzlicher Dank geht nach oben: Das Wetter hat in den letzten Jahren glücklicherweise immer bestens mitgespielt.
Sigrid Dorn
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