Zum Gründonnerstag

Die Feier der heiligen drei Tage sind ein Höhepunkt in unserem kirchlichen Leben. Sie beginnen am Gründonnerstag beim letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. An diesem Tag schenkt er uns sein Vermächtnis im Teilen des Brotes und des Weins.

Abendmahlssaal in Jerusalem

Der Abendmahlssaal in Jerusalem

Wir Christen feiern dieses letzte Abendmahl und jede Eucharistiefeier im Verständnis, dass Jesus uns ganz besonders nahe ist. Auch wenn wir ihn nicht sehen und nicht anfassen können. Ein Mysterium. Quelle und Höhepunkt unseres christlichen Lebens.

In diesen harten Tagen der Corona-Krise müssen wir auch darauf verzichten, unsere Familien und Freunde zu sehen und zu berühren. Mit einem Händedruck, einer Umarmung, einem Kuss. Aber wir haben Wege gefunden, uns vorübergehend auf eine andere Art und Weise zu begegnen. Was für frühere Generationen nicht mal denkbar war, ist in der heutigen Zeit der Digitalisierung ganz normal geworden. Wir müssen nur FaceTime oder Skype auf Handy oder Laptop starten und schon können wir den Anderen live sehen und erleben.

Vielleicht schenkt uns diese Zeit mit all ihren Herausforderungen auch ein tieferes Verständnis für das Mysterium der Eucharistie.

Durch das Gebet bereiten wir uns auf die Begegnung Jesu in Brot und Wein vor. Wir erinnern uns seiner Worte. Und öffnen unser Herz. Wir können Jesus nun erleben und spüren. Auch wenn wir ihn nicht sehen. Live.

Am Gründonnerstag hat Jesus uns dieses Geschenk gemacht und uns ans Herz gelegt, diese Verbindung immer wieder zu nutzen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Damit ihr werdet, was ihr empfangt. Leib Christi. Liebe.

In diesem Jahr bleibt uns nur, uns in der Familie zu versammeln und hier Brot und Wein zu teilen. Wir können uns im Gebet darauf vorbereiten, unser Herz öffnen und seine Liebe erfahren. Und diese Liebe mit unserm Tun ins Leben tragen!

So bleiben wir mit Jesus und untereinander fest verbunden. Sichtbar im Teilen des Brotes, spürbar im Herzen, erfahrbar im täglichen Leben.

Katharina Hauer


1. Lesung: Ex 12,1–8.11–14

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Familien­haus­gottes­dienst am Grün­donnerstag

Der HERR sprach zu Mose und Aaron im Land Ägypten: Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der Erste unter den Monaten des Jahres gelten.

Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann. Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen. Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. In der Abenddämmerung soll die ganze versammelte Gemeinde Israel es schlachten. Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man es essen will. Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen. […] So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand. Esst es hastig! Es ist ein Pessach für den HERRN.

Haus­gottes­dienst am Grün­donnerstag

Haus­gottes­dienst am Grün­donnerstag

In dieser Nacht gehe ich durch das Land Ägypten und erschlage im Land Ägypten jede Erstgeburt bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der HERR. Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll für euch ein Zeichen sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich das Land Ägypten schlage.

Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest für den HERRN! Für eure kommenden Generationen wird es eine ewige Satzung sein, das Fest zu feiern!

2. Lesung: 1 Kor 11,23–26

Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

Gottesdienst dahoam zum Gründonnerstag

Gottesdienst dahoam zum Gründonnerstag

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Evangelium: Joh 13,1–15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

Kategorie(n): Glauben, Pfarrverband.

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