Zum 3. Fastensonntag

Gedanken zu den Lesungen des 3. Fastensonntags

Israels Auszug aus Ägypten führte nicht geradewegs ins gelobte Land, sondern zunächst in die Wüste. „Und da murrte das Volk.“ Es hatte Angst, zu verhungern und zu verdursten.

Dieses Bild der Wüste drängt sich mir angesichts der Corona-Krise aus unserer heutigen Zeit auf. Menschenleer der Markusplatz in Venedig, geschlossene Geschäfte in Österreich, leere Flughäfen, Schulen und Kindergärten. Die U-Bahnen verwaist. Gearbeitet wird vielerorts von zu Hause aus. Bars und Restaurants schließen, keine Versammlungen und Sitzungen. Sportveranstaltungen abgesagt. Keine Termine. Keine Events. Keine Gottesdienste. Kein Glockengeläute vor der Hl. Messe und bei der Wandlung. Stille und Ruhe machen sich breit. Wüste.

Das Volk murrt. Die Angst, zu verhungern und zu verdursten, regt zu Hamsterkäufen an. Berechtigte Angst vieler Selbstständiger. Aktienverluste, drohende Rezession. Sorgen um die Gesundheit.

Aber Wüste ist nicht nur öde. In der Wüste finden sich Steine von besonderer Schönheit. Es blühen kleine Blumen und spezielle Pflanzen. Und es gibt Wasserlöcher und Quellen.

Auch hier und heute:

Eine Familie sagt mir: „Mein Mann und ich sind ganztags berufstätig. Die Kinder sind normalerweise in der Schule und im Kindergarten. Wir müssen nun zu Hause bleiben und Homeoffice machen. Das ist schon stressig; aber die Kinder haben gejubelt, und wir genießen es, einmal als Familie so viel Zeit miteinander zu verbringen.“

Ein Freund: „Ich fühle mich so frei, ich habe keine Termine, die mich unter Druck setzen. Ich komme jetzt zu Arbeiten, die ich sonst nie erledigen kann.“

Ein Hinterbliebener: „Ich hatte vor lauter Arbeit nie für irgendetwas Zeit. Nicht einmal für meine Mutter. Nun habe ich Zeit. Wenigstens um zu trauern.“

Öffnen wir in dieser Zeit unsere Augen für die kleinen Blumen und besonderen Pflanzen. Suchen wir Wasserlöcher und Quellen.

Und schauen wir voll Hoffnung und Zuversicht auf die kommende Zeit. Denn wie Paulus schreibt: „Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“

Und freuen wir uns von ganzem Herzen darauf, wenn wieder die Glocke zur Hl. Messe ruft und wir unseren ersten gemeinsen Gottesdienst feiern!

Im Namen des Seelsorgeteams
Katharina Hauer


Erste Lesung: Ex 17,3–7

Zweite Lesung: Röm 5,1–2.5–8

Evangelium: Joh 4,5–42

[An dieser Stelle befanden sich ursprünglich die Biteltexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift (2016). Die Rechte daran hält die Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart, die die Wiedergabe für derartige Zwecke befristet genehmigt hatte. Wir haben die Texte, ebenso wie die Hausgottesdienstvorlagen, die diese Passagen ebenfalls enthalten, mittlerweile wieder gelöscht, weil das Risiko einer Urheberrechtsverletzung jetzt zu groß ist. (red)]

Veröffentlicht in Glauben.

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