Kirchenchor Vogtareuth

Ein Gastspiel mit Spiegelsaal und Hufschlag

Der 25. Sonntag im Jahreskreis war Tag der Ewigen Anbetung und 284. Jahrtag der Erz-Bruderschaft Maria vom Trost. Dem einzig getreuen Sepp Rumberger blieb es ĂŒberlassen, diese Feiern musikalisch zu begleiten. Der restliche Vogtareuther Kirchenchor war zwar auch nicht faul, aber eben auch nicht zu Hause.

Kirchenchor-Ausflug 2016: Der Kirchenchor in der Kloster- und Pfarrkirche Johannes der TĂ€ufer, Rebdorf
Der Kirchenchor in der Kloster- und Pfarrkirche Johannes der TĂ€ufer, Rebdorf

Weil es immer schwierig ist, genug Stimmen auf einen Reisevorschlag zu vereinen, plant Martin Weyland die AusflĂŒge der Kirchenmusik aus dem Bass heraus auf eigene Faust als Fahrten ins Blaue. Nur eines wusste der Chor diesmal: Er wĂŒrde andernorts eine Messe begleiten. Entsprechend frĂŒh startete die Reise schon um 6:45 Uhr, und wĂ€hrend der Generalprobe im Bus spekulierte schon alles aufs FrĂ€nkische, als der Fahrer kurz vor EichstĂ€tt die Bremse zog. Die Rebdorfer Kloster- und Pfarrkirche Johannes der TĂ€ufer war also unser erstes Ziel. Dr. Karlheinz Dietl vom Pfarrgemeinderat nahm uns freundlich in Empfang und geleitete uns gleich auf die Orgelempore, sodass Elisabeth Asböck noch rasch Gelegenheit hatte, sich mit den 26 Registern der Sandtner-Orgel vertraut zu machen,* bevor Chorleiterin Martina Schmidmaier den ersten Einsatz gab.

Kirchenchor-Ausflug 2016: Gotteslob in Rebdorf
Gotteslob in Rebdorf

Es war ein erhebendes, geradezu gewaltiges Erlebnis, in der Höhe der jĂŒngst renovierten Kirche, direkt unter den Deckenfresken und inmitten lichter Barockfarben fĂŒr die Rebdorfer GlĂ€ubigen zu singen. Die Anlage als dreischiffige romanische Basilika geht auf eine KlostergrĂŒndung Barbarossas im 12. Jh. zurĂŒck, die zunĂ€chst Augustiner-Chorherren-Stift war, wie uns PGR-SchriftfĂŒhrer Gregor Senge spĂ€ter noch erklĂ€rte, als er uns einen guten, kompakten Abriss der Kirchengeschichte gab. 1958 erwarben die Herz-Jesu-Missionare den nach der SĂ€kularisierung zweckentfremdeten Bau und nutzten die barocken StiftsgebĂ€ude als Schule, die mittlerweile das Bistum EichstĂ€tt ĂŒbernommen hat. In Rebdorf leben aber noch drei MSC-BrĂŒder, u.a. als Seelsorger fĂŒr die Umgegend. Weil Pater Michael Huber, Superior und Pfarrer von Rebdorf, an diesem Sonntag verhindert war, sprang Pater Leopold Langer als Zelebrant fĂŒr ihn ein. Nach der KirchenfĂŒhrung blieb gerade noch Zeit, auch ihm zu danken, denn schon ging es weiter nach EichstĂ€tt.

Dort war etwas Zeit, entweder den Kaffee nachzuholen oder die halbstĂŒndige – sehr empfehlenswerte – FĂŒhrung durch die ehedem fĂŒrstbischöfliche Residenz mit dem Spiegelsaal von Maurizio Pedetti mitzumachen und vielleicht noch einen Blick in den Dom und/oder die Schutzengelkirche der Jesuiten zu werfen. Allzu lang hielt der Bildungshunger allerdings nicht vor, denn es war mittlerweile 12:45 Uhr und das Magenknurren allenthalben vernehmlich. Umso erfreulich war, dass der Bus schon 4 km weiter in Landershofen hielt und die Reisegesellschaft am Landgasthof Pröll absetzte. Es war zwar nicht alles so, wie zuvor vereinbart, aber das Essen war gut und die Überraschung groß, als vor den Fenstern mit einem Mal WagenrĂ€der knarrten und Hufgetrappel zu vernehmen war: Zwei Planwagen der Kutschfahrten GĂŒnthner waren gekommen, um uns vom Fleck weg durchs AltmĂŒhltal zu fahren, komplett mit Durstvorsorge und Kaffee-und-Kuchen-Pause auf BierbĂ€nken am Picknickplatz gegenĂŒber von PfĂŒnz – ein wunderbares, absolut empfehlenswertes Gruppenerlebnis, bei dem sogar das Wetter mitspielte. Die ersten Regentropfen fielen erst wieder, als der Chor zurĂŒck in den Bus kletterte, um ĂŒber die Staustufen der A9 spĂ€t, aber zufrieden nach Vogtareuth heimzukehren.

Kirchenchor-Ausflug 2016: Gruppenbild mit Roß und Wagen
Gruppenbild mit Roß und Wagen

Diesen sehr, sehr gelungenen Ausflugstag darf sich Martin Weyland als vollen Erfolg an die Fahnen heften; ihm dankt der Kirchenchor Vogtareuth ebenso innig wie den Spendern, die den Sockelbetrag der Kirchenstiftung gelegentlich aufstocken und damit solche Tage erst wahr werden lassen. Gedankt sei ausdrĂŒcklich auch noch einmal den umsichtigen PGR-Vertretern von Rebdorf und Pater Langer, die uns so herzlich empfangen und eine so schöne Singgelegenheit ganz unkompliziert möglich gemacht haben.

Florian Eichberger

* FĂŒrs Protokoll des Orgelbauvereins: Wenn sie die Wahl hĂ€tte, sagt sie, hĂ€tte sie bei der neuen Orgel statt der KnopfzĂŒge lieber Schaltertasten fĂŒr die Register.

Veröffentlicht in KC VOG, Vogtareuth.

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