Frauenstimmen in St. Emmeram

Mariensingen zum Erntedank in Vogtareuth

Ein Mariensingen aus lauter Frauenstimmen ließ in Vogtareuth den Erntedank-Sonntag ausklingen und war zugleich der musikalische Start in den Marienmonat Oktober.

Die jungen Blech-Blas-Buam (Christoph Hofstetter, Seppi Liegl, Georg Rinser und Hubi Sewald) eröffneten das Konzert vom Hochaltar her mit einem Joseph-Haydn-Divertimento. Zusammen mit der abschließenden BlĂ€serweise aus der Feder von Martina Schmidmaier war dies der glĂ€nzende Fanfarenrahmen um die Gesangs-, Harfen- und GeigenstĂŒcke des Programms, das gleich noch weiteres Vogtareuther Eigengut zu Gehör brachte: Schmidmaiers „GegrĂŒĂŸt seist du, Maria“, das der Frauenchor gut eingestimmt und sprungsicher unter der Leitung der Komponistin sang. Nur die Chorbegleitung sollte im Verlauf des Abends wechseln; zuerst war es die Hausorganistin Elisabeth Asböck, die auch noch mit zwei Solo-StĂŒcken zur Harfe griff, dann Theresia Sontheimer zu „The Rose“ (McBroom) am Klavier und zuletzt trugen die SĂ€ngerinnen a cappella, innig schön und gemessen das „Ave Maria, Ros’ ohn Dorn“ (14. Jh.) vor.

Mariensingen 2015
Mariensingen 2015

Auch Sepp Rumberger durfte freilich nicht fehlen; er griff als Klavierbegleitung der Violine in die Tasten. Denn Gertraud Fischbacher war nicht nur als Geigensolistin im Chorraum gekommen, sondern auch als Modheisen-Begleitung der Modheisen-Schwestern Agnes Bader und Irmgard Bauer, die sie beim „GĂŒldenen Rosenkranz“ sogar noch stimmlich unterstĂŒtzte. Zieht man außerdem die Begleitung durch Anna Bock und Martina Bader (Zither, Gitarre) in Betracht, so war die einstige Waldwegmusi in erwachsener Variante wieder beieinander. Das klingt sehr fein und darf ruhig öfter so sein.

Maria Weiß, Christine Gaßner und Marianne Kink traten, passend zum Ernteschmuck in St. Emmeram, in buten HerbstschĂŒrzen vors Publikum und zeigten sich auch sonst als Zierde des Konzerts, traumwandlerisch sicher und klangschön harmonierend, in „Maria, dir vertrauen wir all unsre Wege an“ ebenso wie bei „Sie tragt an goldnen Mantel“. Selbst Franz Xaver Engelharts „Wenn ich ein Glöcklein wĂ€r“ heiligen diese Stimmen neu und holen es, als wĂ€re nichts dabei, aus dem Musikantenstadl zurĂŒck in die Kirche.

Dass dieser besondere Raum alle verbindet, machte der gemeinsame Schlussgesang von Beitragenden und Publikum noch einmal deutlich. Mit Leonard Cohens „Hallelujah“ entließ dann Elisabeth Asböck die sichtlich beeindruckte und entsprechend spendenfreudige Zuhörerschar. Der gesamte Erlös des von Christa Bader organisierten Mariensingens kommt dem Orgelneubau in St. Emmeram zugute.

Florian Eichberger

Veröffentlicht in alle, KFG VOG, Vogtareuth.

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