Ostern war in meiner Kindheit immer etwas Besonderes – ruhig, warm und voller Liebe. An diesem Tag versammelte sich die ganze Familie im Haus meiner Großeltern. Das Haus war erfüllt von Stimmen, Lachen und einer Geborgenheit, die man nirgendwo sonst fand.

Wir bereiteten uns mit Bedacht, Respekt und besonderer Zärtlichkeit auf das Fest vor. Papa heizte morgens den Ofen an und hielt das Feuer sorgsam am Brennen, während Mama duftende Osterkuchen backte und das Haus mit Wärme, Duft und wahrer Vorfreude auf das Fest erfüllte. Wir bemalten gemeinsam Eier und wählten die Farben sorgfältig aus, als wollten in jedem einzelnen ein Stück unserer Seele hinterlassen. Alles geschah langsam, liebevoll und ohne Eile – als wäre dies das Wichtigste.
An diesem Tag lernten wir die einfachen Dinge zu schätzen: Blicke, Umarmungen, aufrichtige Gespräche beim Essen. Es schien, als stünde die Zeit still, damit wir ganz beieinander sein konnten. Und jeder dieser Momente blieb in unseren Herzen – warm, lebendig, echt.
Jetzt verstehe ich, dass das Wertvollste an jenen Ostertagen nicht nur die Tradition war, sondern das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Liege und der familiären Wärme, das für immer ein Teil von mir geworden ist. Und in diesen heiligen Augenblicken spüre ich besonders, dass diejenigen, die nicht mehr in unserer Erinnerung, in unseren Herzen, in den Traditionen sind, die sie uns überliefert haben, bei uns sind. Christus ist auferstanden!
Heute möchte ich über die ukrainische Kirche und unsere Traditionen erzählen. In der Ukraine sind viele Menschen orthodoxe Christen. Eine wichtige Kirche ist die Orthodoxe Kirche der Ukraine. Es gibt auch die Ukrainische griechisch-katholische Kirche. Der Glaube spiel für viele Familien eine große Rolle.
Ostern in der Ukraine
Ostern ist das wichtigste religiöse Fest im Jahr. Auf Ukrainisch sagen wir „Welykden“ (Великдень). Am Samstag vor Ostern gehen wir in die Kirche. Wir bringen einen Korb mit paska (паска), das ist Osterbrot, Eiern, Wurst, Butter und Salz. In der Kirche werden diese Speisen vom Priester gesegnet. Das ist eine sehr schöne Tradition.
In Deutschland, zum Beispiel in Rosenheim, kommt manchmal ein ukrainischer Priester, damit wir unsere Traditionen behalten können. Das ist für uns sehr wichtig.
Am Sonntag feiern wir Ostern mit der Familie. Wir sagen: „Christus ist auferstanden“ und antworten „Wahrhaftig ist er auferstanden!“.
Gedenktag für Verstorbene
In der Ukraine gibt es auch einen besonderen Tag für Verstorbene. Nach Ostern gehen viele Familien auf den Friedhof. Dieser Tag heißt „Provody“ (Проводи) oder „Radonyzja“ (Радoниця). Die Familien bringen Blumen und Essen zum Grab. Wir beten für unsere Verwandten und erinnern uns an sie. Es ist ein ruhiger und wichtiger Tag für die Familie.
Schluss
Die ukrainische Kirche und unsere Traditionen sind sehr wichtig für uns. Sie verbinden die Familie und helfen uns, unseren Glauben und unsere Kultur auch im Ausland zu bewahren.
Raisa Hrychulevych
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