Zum 4. Sonntag der Osterzeit

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
In der heutigen Lesung hören wir davon, wie Petrus am Pfingsttag zum Volk spricht. Es geht um Jesus, der am Kreuz sein Leben gegeben hat. Und da wird von den Menschen berichtet:

„Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz“.

Und viele kamen in diesen Tagen zum Glauben. – Wie geht es uns mit unserem Glauben? Trifft es auch uns noch mitten ins Herz?

An Gott glauben kann man nicht aus eigenem Antrieb und aus menschlichem Willen allein. Weder kann man sich selbst dazu bringen noch es einem anderen abverlangen. Ein Mensch, der an Gott glaubt – bewusst, persönlich und von innen her –, der hat das Empfinden, diesen Glauben eher empfangen zu haben, als dass er sich dafür entschieden hätte. Und er weiß, wenn er zurückschaut, dass er ihn letztlich nicht Menschen verdankt.

Bild: Paulus Decker, in: Pfarrbriefservice.de

Ein Anstoß. (Bild: Paulus Decker, in: Pfarrbriefservice.de)

Wenn heute Jugendliche und Erwachsene, die bisher religionslos lebten, zum Glauben an Gott finden, sagen sie:

„Das kam von innen, ich weiß selbst nicht, wie“

oder

„Eines Tages war da so eine Ahnung in mir, dass es mehr geben muss hinter allem“

oder

„Es hat mich gepackt, wie eine tiefe Sehnsucht“

oder

„Es begann damit, dass ich in meinem Innern eine Liebe spürte, die tiefer und größer war als alles was ich bisher kannte“.

An Gott glauben können, persönlich und von innen her, das kann man nicht „machen“. Es ist eine Re-Aktion, ein Antworten auf eine Be-rufung: auf einen „Ruf“ aus der Wirklichkeit hinter allem Sein – mag er sich auch nur im Herzen, nur ganz unscheinbar und vielleicht nur ein einziges Mal im Leben ereignet haben.

Wer sich insbesondere in den vergangenen Wochen schwer getan hat mit dem Glauben – ohne Gottesdienste und Gemeinschaft, die zusammenkommt –, kann den Glauben in sich lebendig halten, wiedererwecken und vertiefen, und zwar indem du dich immer wieder ganz bewusst daran erinnerst, wie das damals war. Als du gerufen wurdest.

Halten wir den Ruf in uns lebendig in den einfachen Zeiten, aber ganz besonders in unseren schwierigen Glaubensphasen.

Das wünschen wir euch ganz herzlich und freuen uns, auf die kommenden Gottesdienste – wenn auch „unter erschwerten Bedingungen“ – und die Gemeinschaft im Glauben mit euch zusammen.

Für das Seelsorgeteam
Diakon Eugen Peter

1. Lesung: Apg 2,14a.36–41

Familien­haus­gottes­dienst zum 4. Sonntag der Osterzeit

Familien­haus­gottes­dienst zum 4. Sonntag der Osterzeit

[Am Pfingsttag] trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: […] Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.

Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird. Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus diesem verdorbenen Geschlecht! Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.

Haus­gottes­dienst zum 4. Sonntag der Osterzeit

Haus­gottes­dienst zum 4. Sonntag der Osterzeit

2. Lesung: 1 Petr 2,20b–25

Wenn ihr […] recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes.

Dazu seid ihr berufen worden;
denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben,
damit ihr seinen Spuren folgt.
Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war keine Falschheit.
Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht;
als er litt, drohte er nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.
Er hat unsere Sünden mit seinem eigenen Leib auf das Holz des Kreuzes getragen,
damit wir tot sind für die Sünden und leben für die Gerechtigkeit.
Durch seine Wunden seid ihr geheilt.

Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber habt ihr euch hingewandt zum Hirten und Hüter eurer Seelen.

Evangelium: Joh 10,1–10

Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

Kategorie(n): Glauben, Pfarrverband.

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