Zum 5. Fastensonntag – Passionssonntag

Fällt Ostern heuer aus?

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder! „Fällt Ostern heuer aus?“ Das ist die Frage, die sich derzeit viele Menschen, auch in unserem Pfarrverband, stellen. Das ist doch unmöglich! Wie soll das gehen?

Gottesdienst dahoam“ am 5. Fastensonntag

Ostern, dieses große Fest für uns Christen, wird in diesem Jahr anders aussehen. So viel steht fest. Wenn wir uns insbesondere die Situation in Ländern wie z.B. Italien oder Spanien ansehen, wird das Osterfest in jedem Fall ausfallen. Oder doch nicht? Hat Ostern dort nicht schon längst begonnen? Ostern in seiner wirklichen und ganzen Dimension:

Fastenzeit

Mittlerweile, beinahe in der ganzen Welt, besteht eine Ausgangssperre. Auf so vieles muss verzichtet werden. Auf Dinge, die doch immer ganz selbstverständlich waren. Sich frei bewegen zu dürfen. Ausgehen. Sich mit Freunden, mit der Familie zu treffen.

Für viele Menschen eine Zeit des Opferns und des schweren Verzichtes. Wir werden auf uns selbst zurückgeworfen.

Hausgottesdienst zum 5. Fastensonntag

Karwoche

Insbesondere Ärzte, Pflegekräfte und Krankenschwestern leisten Übermenschliches. Gehen für Kranke und Schwerkranke, für Sterbende über ihre Grenzen hinaus. Arbeiten bis zur Erschöpfung. Das Bild der Krankenschwester, die auf der Tastatur ihres Computers eingeschlafen ist, ging um die ganze Welt.

Karfreitag

Ist für manche Menschen längst da.

Für andere gehen. Für andere einen wahren Kreuzweg gehen. Sich aufopfern. Und auch für andere sterben. Viele Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte haben sich selbst mit dem Corona-Virus angesteckt und begeben sich täglich in Lebensgefahr für andere. In Italien sind laut Medienberichten bereits mindestens 60 Priester gestorben, die sich infiziert hatten, als sie Kranken und Sterbenden beistanden.

Gottesdienst zur Auferweckung des Lazarus, 5. Sonntag der österlichen Bußzeit

Der Bericht über den 72-jährigen Priester Giuseppe Berardelli, aus dem ganz besonders betroffenen Bergamo, der sein Beatmungsgerät einem jüngeren Patienten überlassen haben soll, verbreitete sich rasend schnell in vielen sozialen Netzwerken. Die zutiefst berührten Bewohner seiner Gemeinde Casnigo bei Bergamo sollen von den Balkonen herunter applaudiert haben, als der Sarg des beliebten Priesters aus dem Krankenhaus abtransportiert wurde.

„Fällt Ostern heuer aus?“

Nein, ganz im Gegenteil! Ostern kam in diesem Jahr schon viel früher. Wir befinden uns bereits mitten in der Karwoche!

Gemeinsam hoffen und beten wir weltweit, dass der Ostersonntag bald kommen möge! Wir sehnen die Zeit nach der Krise herbei, in der uns eine ungeahnte Freude erfüllen wird. Und wir sind davon überzeugt, dass diese Zeit kommen wird!

Liebe Gemeinde,

durch das tägliche Stundengebet sind wir mit Ihnen verbunden. Wir schließen Sie und Ihre Anliegen in das Gebet der Kirche mit ein. Auch sind wir telefonisch jederzeit erreichbar.

Uns ist sehr bewusst, dass diese Tage für manche eine Entschleunigung bringen, für so manchen bedeutet diese Zeit aber auch Einsamkeit, Ängste und wirtschaftliche und finanzielle Sorgen. Wir wünschen Ihnen, dass Sie diese Tage mit einer guten Tagesstruktur und auch mit verschiedensten Dingen, die Freude bereiten, gut überstehen können. Denken wir in diesen Tagen aber auch an Menschen, die besonders unter der aktuellen Situation leiden. Oft ist ein Anruf, ein Nachfragen, wie es geht, ob man etwas tun kann, schon viel wert.

Alles Gute und viel Vertrauen in dieser Zeit, welche wir uns so kaum hätten vorstellen können!

Im Namen des Seelsorgeteams
Diakon Eugen Peter


1. Lesung: Ez 37,12b–14

So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zum Ackerboden Israels. Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole. Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig und ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. Ich habe gesprochen und ich führe es aus – Spruch des HERRN.

2. Lesung: Röm 8,8–11

Wer aber vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer aber den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm. Wenn aber Christus in euch ist, dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde, der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit. Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Evangelium: Joh 11,1–45

Ein Mann war krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta. Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte; deren Bruder Lazarus war krank. Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.

Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger sagten zu ihm: Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus, zu den anderen Jüngern: Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben!

Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

Kategorie(n): alle, Glauben, Pfarrverband.

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