Wort Gottes, wunderbarer Ratgeber

Wahre Liebe bin ich, wahre Liebe will ich

„Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; […] So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten.“ (Lk 1,68-70 – Benedictus)

Jesus, Mensch und Gott, der von Gott gesandte Sohn des ewigen Gottes, ist gekommen als Arzt, um uns von der allerschlimmsten Krankheit, der Sünde, zu heilen, deren Prognose Leiden in Ewigkeit ist. Nicht nur halbherzige Liebe will er, sondern dich ganz: „Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft.“ (Mk 12,30) Sein Wort will uns treffen, es soll in unser Herz eindringen, will uns ergreifen. Euer Herz soll brennen!

Gott first!

„Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt, der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt“ (Ps 103,2–4).

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29). Wir sollen Obrigkeiten und Machthaber nicht vergöttern. Franz von Assisi soll gesagt haben: „Die Heilige Schrift lesen heißt von Christus Rat holen.“ Paulus ruft uns zum Fürbittgebet auf (1 Tim 2). Weil Gott alle Menschen liebt und wir als Christen zur Liebe berufen sind, ruft uns Gott auf, füreinander zu beten. Im Fürbittgebet sollen wir auch die Obrigkeiten, Machthaber und jene Menschen, die es nicht gut mit uns meinen, nicht vergessen. Weil Jesus der einzige „Mittler zwischen Gott und Menschen“ ist, wird er uns auch helfen und Möglichkeiten schaffen, damit wir „in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können“. Damit dienen wir der Liebe, die Jesus Christus lehrt und die er selber ist. Er ist unser Gott, der Gott Israels, Adonai ist einzig.

Wir fragen nicht. Uns fordert Dein Gebot.
Wir tragen in die tiefste Nacht hinein
Dein mächtig Wort, das Tote auferweckt.1

Ein Gebet:

Aus einer Welt, gezeichnet von Zwietracht und Hass, rufen wir zu dir, Gott, unserer Hoffnung. Bewahre uns vor bösen Menschen und vor bösen Machenschaften, wende dein Angesicht uns zu. Aus deiner Kraft heraus lass uns dem Frieden dienen.

Paulus sagt: „Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren“ (Röm 3,23). Jesus kam als Brücke, um den unüberwindbaren Graben der Sündenkrankheit zwischen Mensch und Gott zu überwinden. Seine Therapie: Radikale (wurzeltiefe) Umkehr zu Gott, jetzt und heute, und das alles ohne Risiko und negative Nebenwirkungen, sondern und gewiss mit positiven Begleiterscheinungen, die Heilung fördern und Heilung garantieren. Nach Johannes Tauler:

Heute noch
Zu jeglicher Stunde
Ohne Unterlass
Füllt und überströmt
der Heilige Geist
Alle Herzen, Seelen und Gründe,
wo er Raum findet.
Er füllt die Täler und Tiefen
Die ihm geöffnet sind.2

Paulus, erfüllt vom heiligen Geist, spricht zu allen Menschen im dritten Epheserbrief: „Dem aber, der gemäß der Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder erdenken, ihm sei die Herrlichkeit in der Kirche und in Christus Jesus bis in alle Generationen für ewige Zeiten“ (Eph 3,21). Und bei Jesaia heißt es: „Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit und sein Heil wie eine brennende Fackel“ (Jes 62,1).

Darum: Gott zuallererst!

Gott ist Leben, das Ewigkeit verspricht, Urheber und Schöpfer allen Lebens, Alpha und Omega. Er ist der Grund, auf dem wir stehen, der Fels, auf den wir unser Lebenshaus aufbauen sollen, damit wir den Siegeskranz des ewigen Lebens davontragen. Wir kämpfen sichtbar (irdisch) und unsichtbar (geistig). Gott gibt uns Anleitung und Hilfestellung in seinem Wort, im Alten Testament, im Neuen Testament. Mit ihm können wir alle Bollwerke, Gedankengebäude und dunklen Machenschaften sprengen, im Glauben an ihn die Herrlichkeit des ewigen Lebens Schritt für Schritt erobern (siehe z.B. Eph 6,10).

„Im Vertrauen dürfen wir unserem Herrn zutrauen, dass alle Wege unseres Lebens zu unsrer letzten Vollendung dienen“, hat der evangelische Pfarrer Paul Deitenbeck einmal gesagt. Durch wahren Glauben an die Dreieinheit Gottes in Verbindung mit der Taufe auf Jesus Christus – in JHWH, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – gehören wir Gott und wandeln schon vor dem Tod in der Gewissheit und in der Wirklichkeit des neuen Lebens.

Gott ist immanent (diesseits allgegenwärtig) und transzendent (jenseitig allgegenwärtig). Er meint es gut mit uns, denn er ist Licht und keine Finsternis ist in ihm (Joh 1,5). Gott hat sich in seiner Schöpfung selber geschenkt und verewigt. Als Krönung seiner Schöpfung setzte Gott den Menschen bewusst als Abbild seiner Liebe mittig ins Zentrum seiner Güte und Wahrheit. Er gab ihm den Auftrag, seine Freundschaft zu suchen, Wahrheit und Gerechtigkeit zu leben, die Herrlichkeit seiner Schöpfung zu achten, zu bewahren und in Liebe ihm Folge zu leisten, damit er uns beistehen und helfen kann. Die Bibel erzählt uns Beziehungsgeschichten, lebendige Geschichten zwischen Gott und Mensch. Bei Samuel steht, wie David in seiner Not den Gott Israels um Rat bittet und Hilfestellung bekommt: „Da befragte David den HERRN“ (1 Sam 23,2). Wir dürfen es ihm gleichtun im Gebet, denn Gott hilft! „Der HERR ist mit euch, wenn ihr zu ihm haltet. Wenn ihr ihn sucht, lässt er sich von euch finden; wenn ihr ihn aber verlasst, verlässt er euch“ (2 Chr 15,2).

Gott gewährt Menschen, die sich reuevoll zu ihm bekehren, einen Neuanfang. Jeder Mensch bekommt von Gott auf Erden Gelegenheiten, umzukehren, denn Gott möchte, dass alle zu ihm finden, das ist die Güte und Barmherzigkeit unseres Gottes. Mechthild von Magdeburg sagte einmal, dass das Gebet, das ein Mensch mit all seiner Macht leistet, eine große Kraft hat.3 Dem sündigen Menschen aber, der so lebt, als gäbe es keinen strafenden Gott, wird auch kein Neuanfang gewährt. Manche Menschen erfahren schon auf Erden das Gericht Gottes und sind verloren in Ewigkeit. Gottes Wort sagt: „Er versteifte seinen Nacken, verhärtete sein Herz und kehrte nicht um zum HERRN, dem Gott Israels“ (2 Chr 36,13). Alles Unrecht dieser Welt ist eine Botschaft Gottes an uns: ‚Ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht‘ (siehe auch den Jakobusbrief).

Wer gottlos lebt, verfehlt das Leben

Der Mensch ohne Gott ist zu allem Bösen und zu jeder Grausamkeit fähig. Gott kann Menschen, die ihn ablehnen und verachten, fallen lassen und sie in die Hand böser Menschen geben. König David sagte einmal: „Wir wollen lieber in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; den Menschen aber möchte ich nicht in die Hand fallen“ (2 Sam 24,14).

Seit der Mensch jedoch die Weltenbühne betreten hat, ist Gott mehr und mehr aus seinem Gedächtnis verschwunden, er misstraute Gott und hat ihm in allen Bereichen, in denen Leben existiert, Schaden zugefügt. Gott gibt uns in seinem Wort Wegweisung, damit unser Leben gelingt und fruchtbar wird. Jesaia sagt: „Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des HERRN“ (Jes 2,5).

Es ist von großer Wichtigkeit, mit dem Wort Gottes „bewaffnet“ zu sein, um dunklen Mächten in Wort und Tat zu entgegenzuwirken: Glaubenszweifel sind Anfechtungen geistiger Mächte und Gewalten, die versuchen, uns den Sieg, den Jesus für uns errungen hat, streitig zu machen – Neider, die uns den Genuss von Gottes Zusagen nicht gönnen.

Der Apostel Johannes schreibt: „Wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott“ (1 Joh 4,14–15).

Im Brief an Titus schreibt Paulus: „[D]ie Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus. Er hat sich für uns hingegeben, damit er uns von aller Ungerechtigkeit erlöse und für sich ein auserlesenes Volk schaffe, das voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun“ (Tit 2,11–14).

Papst Franziskus beklagte zum Jahreswechsel 2018/2019 die soziale Not und rief – wie schon 2015 und öfter – zu Mütterlichkeit auf, er appellierte an uns, das wir uns gegen Bosheit und menschenverachtende Profitgier stellen, weil wir ja schließlich alle Brüder und Schwestern sind.

Gleichzeitig sorgen den Pontifex die mehr als 10.000 Obdachlosen allein in Rom. Sie sind nicht nur der Verachtung ihrer Mitmenschen ausgesetzt, sondern auch den Witterungsverhältnissen, weil sie kein Zuhause haben und oft vereinsamen. Diese Menschen sind zu achten als „Söhne und Töchter“ Gottes, bemerkte der Papst mitfühlend (Christus vivit).

Ein Gebet von Alkuin (aus dem alten Gotteslob 1975, Nr. 6,5):

Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner. Erleuchte du meine Augen, dass ich den Weg zu dir finde. Mach du meine Schritte fest, dass ich vom Weg nicht abirre. Öffne du meinen Mund, dass ich von dir spreche. Du willst, dass ich meine Mitmenschen liebe. Lass mich ihnen so dienen, dass sie ihr Heil finden und in deine Herrlichkeit gelangen.
Amen.

Gott hat arme, kranke, hilflose, übersehene Menschen, die ihr Gesicht verloren haben, ganz besonders im Blick. Diese Menschen genießen im Reich Gottes Ansehen, weil Gott ihnen ihre Würde zurückgibt.

Sagt nicht die Bibel klar und deutlich, dass wir nicht nur mit unserem Mund segnen sollen, ist es nicht Auftrag und Anspruch Gottes an alle Menschen, diesen Segen auch zu tätigen und Wirklichkeit werden zu lassen, überall dort wo Leben ist, dort wo Leben geschieht, Mitmenschlichkeit, Menschenfreundlichkeit auszuleben um Hunger und Not zu lindern, Ungerechtigkeit zu mindern – ja die gesamte Schöpfung als Geschenk Gottes an den Menschen zu erkennen und Gott dankend zu begegnen? Sind da nicht gerade und zuallererst führende Mächte und Gewalten im irdischen Bereich – bekannt als „Mammon“ – angesprochen, ihre Hände aufzutun, anstatt immer wieder aufs Neue den „kleinen“ Arbeitern und deren Familien ins Gewissen zu reden, Angst zu schüren, ihnen noch mehr zusätzliche Lasten aufzuerlegen und sie noch um Almosen zu bitten?

Wir alle kennen das Erlebnis Jesu mit der armen Witwe (Mk 12,41–44, Lk 21,1–4), die ihren letzten Notgroschen in den Klingelbeutel wirft, als Opfer für die Armen, während andere einen winzigen Teil „von ihrem Überfluss“ hergaben. Aber allein diese unscheinbare, mittellose Frau wird von Jesus hoch gelobt, weil sie das Wohl ihrer Mitmenschen ihrem eigenen Leben gleichsetzt – Zeichen wärmster Herzensgüte. Diese Worte wahrer Begebenheit dienen als Augenöffner aller Herzen und richten sich auch und besonders an jene Menschen, die in dieser Welt bereits alles besitzen, sich in großartigen, segnenden Reden gefallen, ihrem Gott, dem wahren Schatz und Geber alles Guten, aber keine sonderliche Beachtung schenken.

Pfarrer Martin Ramm von der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) betont, wie wichtig es ist, alle Dinge nach ihrem Ewigkeitswert zu beurteilen.4 Erst aus der Perspektive der Ewigkeit sehe man alles im richtigen Licht und lerne, zu unterscheiden. Jesus selbst mahnt, dass irdischer Schatz vergeht: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen“ (Mt 6,19). Der hl. Franz von Sales sagt: „Denke daran, dass der gegenwärtige Tag dir gegeben wurde, damit du durch ihn die Ewigkeit gewinnst. Nimm dir fest vor, den Tag dafür gut zu nützen.“5

Schätze des Glaubens

Vorausschauend gab uns Jesus sein Wort der Wahrheit (die Bibel), durch das heute noch sein heilender, heiliger Geist aus den Buchstaben zu uns spricht. Heute fordert Gott uns auf, himmlische Schätze zu sammeln, weil diese Habe in Ewigkeit bleibt. Vielleicht gibt es kein Morgen mehr?

Der Jakobusbrief warnt vor falscher Toleranz, falschen Lehren und falschen Lehrern. Er leitet an, kompromisslos und treu an der Wahrheit des Wortes Gottes festzuhalten. Dunkelheit und Licht (Jak 1,17) sind zwei extreme Gegensätze, wie Geld, Geiz, Gier (Welt ) Gegensätze zu Liebe, Glaube, Ausharren (Gott) sind. Wir sollen nicht den Strömungen folgen und die Auswüchse mitmachen, die der Zeitgeist mitbringt. Wir wollen „besonnen, gerecht und fromm“ (Tit 2,12) leben, während wir auf das Kommen Jesu Christi unseres Erlösers warten, mahnt uns Paulus in all seinen Lehrbriefen und Schreiben.

Weltlicher Geld- und Machtgier bleiben die Pforten zum Hochzeitsmahl verschlossen. Schroffe Abweisung antwortet der Bitte um Einlass: „Ich kenne euch nicht“ (Mt 25,12). Viele fordernde und anspruchsvolle Stimmen auch der Welt von Profit- und Machtgier müssen draußen in der einsamen, gottfernen Finsternis verstummen. Ein Lied: „Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, öffne deine Ohren, aus der Tiefe rufe ich zu dir: Ich bin hier ganz verloren. Aus der Tiefe rufe ich zu dir: Herr, achte auf mein Flehen, aus der Tiefe rufe ich zu dir: Ich will nicht untergehen“ (GL 283, Uwe Seidel nach Ps 130).

Wir Menschen machen Fehler, das gehört zum Menschsein dazu. Weil Gott uns liebt, gibt er uns die Möglichkeit zur Umkehr. Wenden wir uns reuevoll an den Herrn, gibt er uns Mut und Kraft fürs Wiedergutmachen und Bessermachen, wir dürfen seine Segnungen, seine Verheißungen im Glauben entgegennehmen, nutzen, uns dienstbar machen, weil es Gottes Zusagen, Tröstungen, Hilfen sind – „Schätze des Glaubens“. Jesus weiß, was Menschsein bedeutet, er kennt jedes Menschenherz. Mit Petrus dürfen wir immer wieder zu Jesus umkehren und sagen: „Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe.“ (Joh 21,17) Verfehlen wir aber im vollen Bewusstsein die Anforderung Gottes, so verfehlen wir unser Ziel (das ist Sünde), wir schädigen uns selbst, wir verletzen Gott selber – wir verletzen das Gute selbst! In Psalm 30 singt David, dass Gott sich seiner Sünden wegen von ihm abgewendet hatte, er fiel in tiefe Angst und Depression: „Da bin ich erschrocken.“ (Ps 30,8). Er weinte und blickte ehrfurchtsvoll und vertrauend auf zu Gott. In seinem Gebet bat er Gott reuevoll um Vergebung.

Jesaia spricht hoffnungsvolle und tröstende Worte: „Seht her, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu helfen, sein Ohr ist nicht schwerhörig, sodass er nicht hört. Aber eure Vergehen stehen trennend zwischen euch und eurem Gott; eure Sünden haben sein Gesicht vor euch verdeckt, sodass er nicht hört“ (Jes 59,2–3).

Von Gott gekannt

Gott ist Zuspruch und Anspruch zugleich. Jesus ist unser Advokat, unser Anwalt und Fürsprecher. Er kennt uns durch und durch, noch bevor wir ihn bitten. Er hat alles schon erkannt und vorbereitet, weil er selbst Mensch war und Gott ist. Bei Jesaja heißt es: „Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel“ (Jes 50,6) Weil Jesus sein Angesicht nicht verbarg, weil er unseren Platz einnahm und für unsere Sünden starb, kann Gottes Angesicht über Menschen leuchten, die sich voll Vertrauen an ihn wenden.

Anspruch: Christus ist der Herr aller Mächte und Gewalten. Sein Wort hat Autorität im Himmel und auf Erden, es allein genügt: „Nada te turbe, nada te espante; […] Sólo Dios basta.“ – „Nichts soll dich verwirren, nichts dich erschrecken. […] Gott nur genügt.“6

Gottes Gebote sind Wegweiser für ein gelingendes Leben. Wenn wir Gott lieben, sind seine Gebote leicht zu verstehen und zu halten, weil das „du sollst“, in das „du wirst“ verwandelt wird. Seine Gebote sind uns dann ins Herz geschrieben. Wer Gott liebt, versucht ihm zu gefallen! Gott hat die Welt erschaffen, er wird sie auch wieder vernichten.

Zuspruch: Die Glaubenden haben Anteil an Christi Sieg; dadurch leben sie lebendig, in Ruhe, nicht lauwarm (Offb 3,15), sondern in Feuer und Flamme für Gerechtigkeit, Frieden, für die seufzende Schöpfung (Röm 8,22), für das Recht der anderen, frei von Besitz und Machtgier, frei von Hochmut und Rechthaberei – rücksichtsvoll! Das neue Leben in Christus macht gelassen. Diese Menschen sind der Welt „gestorben“ (ohne für weltliche Begierden), ihr Kompass zeigt himmelwärts, sie spiegeln die Herrlichkeit Gottes wieder. Niemand kann sie seiner Hand entreißen, weil sie Teil seines persönliches Schatzes sind. „Wir haben dir gedankt, Gott, wir haben gedankt, nahe ist dein Name denen, die von deinen Wundern erzählten“ (Ps 75,2). Wenn wir das entdecken, sehen, hören und erfassen, dann erkennen wir uns selber, wir anerkennen Gott. Er ist der Baum der Erkenntnis, dessen Wurzeln im Grunde unserer Herzen fest verankert sein wollen. Sein Baum trägt nur gute Früchte, sie leuchten in den bunten Farben seiner Liebe im Heiligen Geist. Wer Gott so dient, wird von Gott anerkannt und wird von den Menschen geachtet (vgl. Röm 14,17–19).

Sind wir in seiner Liebe, so hüllt uns Gott in seinen Mantel des Heils und der Gerechtigkeit, er gibt uns ein Gespür, einen neuen Sinn, einen zusätzlichen sechsten Sinn für seinen Willen, seine erhabene Wahrheit und Herrlichkeit. Sein Heiliger Geist macht uns durstig, durstig nach mehr Erkenntnis; die Liebe zu Gott mehrt sich, bis er uns schließlich zu den Quellen lebendigen Wassers seiner Erkenntnis führt, wo wir unseren Durst nach seiner Liebe und Wahrheit löschen und seine Erfrischung, seine Geisteskraft als Geschenk für unser Leben auskosten dürfen. Gleichzeitig will dieses lebendige Wasser seiner Liebe, Erkenntnis und Wahrheit aus unserem Herzen ausströmen, um andere Menschenherzen damit anzurühren zu erfrischen, ja zu überfluten. Alle sollen in den Genuss seiner heiligen Kraft kommen, denn das sprudelnde und lebendige Wasser des Heiligen Geistes ist es, das Ruhe für die Seelen verspricht, damit sie in den Bedrängnissen dieses irdischen Wandels bestehen können, hin zur Ewigkeit, zur Herrlichkeit seiner Erlösung.

So dürfen wir mit Jesaia im Heiligen Geist rufen: „Von Herzen freue ich mich am HERRN. Meine Seele jubelt über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt“ (Jes 61,10). Dieselbe Freude ist bei Jeremia spürbar. Inspiriert vom Heiligen Geist ruft er: „Fanden sich Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort wurde mir zum Glück und zur Freude meines Herzens“ (Jer 15,16). So freut sich auch Gott über seine heilige Gemeinde weltweit, so sind wir Gott recht! Und Paulus macht allen Menschen klar, dass jene die sich vom Geist Gottes leiten lassen, unter dem besonderen Schutz Gottes stehen: „Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Röm 8,38).

Christus ist Hoffnung und Herrlichkeit für alle. Wir sollen in Liebe zusammenhalten, um die Tiefe und reiche Einsicht zu erlangen und das göttliche Geheimnis zu erkennen, das Christus ist. „In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen“ (Kol 2,3). „Die Welt vergeht und ihre Begierde; wer den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit“ (1 Joh 2,17). Und das Buch der Weisheit sagt: „In allem hast du, Herr, dein Volk groß gemacht und verherrlicht; du hast es nicht unbeachtet gelassen, sondern bist ihm beigestanden zu jeder Zeit und an jedem Ort“ (Weish 19,22).

Ein Lied von Herbert Schaal (aus dem alten Gotteslob 1975, Nr. 624): „Auf dein Wort, Herr, laß uns vertrauen; stärke unsern Glauben“.

Unser Herr, das Wort des Friedens,
stirbt noch immer ungehört.
Doch hat er den Weg gewiesen,
der allein zum Frieden führt.

Nur Gott kann die Welt retten; wenn wir uns diesem Gott unterstellen, sind wir dabei. „Er selbst kommt und wird euch retten“ (Jes 35,4). Wenn der Herr kommt in Herrlichkeit am Ende der Zeit, wird er uns den Siegespreis überreichen, und alle werden auf ihn blicken, „auf ihn, den sie durchbohrt haben“ (Sach 12,10). Auch wir tragen mit unseren Sünden kräftig dazu bei, ihn zu durchbohren. Christus aber hat uns vergeben, weil wir seine Freunde sind! Gebet (nach dem Te Deum):

Christus Jesus, der Auferstandene,
komme den Seinen zu Hilfe.
In der ewigen Herrlichkeit
zähle er uns seinen Heiligen zu.

Petrus schreibt von der unaussprechlichen Freude, die seiner heiligen Gemeinde in Jesus Christus geschenkt wird, wenn sie ihren Glauben trotz vieler Leiden, Nöte und Drangsale in der Welt bewahrt (1 Petr 1,6). Dieses Ausharren (jedem sein persönliches Kreuz) ist Jesu Anspruch an uns und zugleich Schlüssel zum Hochzeitssaal, zur Hochzeit des Lammes (Christus), die er mit seiner Braut (Israel) in Herrlichkeit feiern wird. Gepriesen sei Gott, der uns diese Hoffnung im Glauben an Jesus Christus geschenkt hat!

Jesu Leibesgemeinde war ein Geheimnis das uns der Heilige Geist erst an Pfingsten offenbart hat: Der Leib Christi ist die Gemeinde. Das Haupt ist Christus.

Wir sind Teil des Leibes Christi. Wir sind Bein von seinem Bein, Geist von seinem Geist, so wie sich Adam in Eva erkannte – das ist Geheimnis. Paulus spricht durch den Heiligen Geist an die Gemeinde: „Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind“ (Röm 8,16). Dadurch brauchen wir keine zusätzlichen Zeichen mehr von Gott zu fordern. Wir haben Heilsgewissheit durch Gottes Zusagen in seinem Wort, der Bibel. In diesem Licht des Wortes Gottes, will der Heilige Geist uns führen und leiten, Dunkelheiten ausleuchten hin zur ewigen Herrlichkeit in Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott.

Gott fragte Adam nach dem Sündenfall: „Wo bist du?“ (1 Mos 3,9). Adams Antwort: Ausreden … Rechtfertigungen!

Wie hätte er aber antworten können ?

Frage an uns: Wo kommst du her, wohin führt dich dein Leben, wo stehst du gerade in deinem Leben? Zu Gott?

Wie antworten wir?

Wichtige, lebensrettende Antwort: Vater, vergib mir, denn ich bin ein Sünder!

Nur in seinem Licht finden wir zur Wahrheit zum wahren Licht.

Ein Lied von Georg Alfred Kempf, ein neuer Psalm, im Gotteslob Nr. 409:

Singt dem Herrn ein neues Lied,
niemand soll’s euch wehren. […]
Seine Schar verlässt er nicht,
und in dieser Zuversicht,
darf sie’s fröhlich wagen.

So sei es. Amen!

Doris Heinl


1 Reinhold Schneider: Apokalypse. Sonette. Baden-Baden 1946.

2 Johannes Tauler: Repleti sunt omnes (60e). In: Die Predigten Taulers. Aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften hrsg. von Ferdinand Vetter. Berlin 1910 (Deutsche Texte des Mitelalters; 11), S. 304f.: „Also tet der heilig geist den jungern und allen den die er sin enphenglich vant. Und also tuot er noch alle stunde ane underlos; so fúllet er und úber gússet alle die grúnde und alle die herzen und die selen wo er stat vindet: die fúllet er mit aller der richeit, gnaden, minnen und gaben von den nút ze sprechent ist. Und er fúllet die telre und die tieffe die im fúr gehalten sint.“

3 Offenbarungen der Schwester Mechtild von Magedburg oder das fliessende Licht der Gottheit, aus der einzigen Handschrift des Stiftes Einsiedeln hrsg. v. P. Gall Morel. Regensburg 1869, 5,XIII: Von zehenhande nútzen eines guoten menschen gebet, S. 140: „Dis gebet hat grosser kraft, dc ein mensch leistet mit aller siner maht. Es machet ein sur herze suesse, ein trurig herze vro, ein arm herze rich, ein tump herze wise, ein bloede herze kuene, ein krank herze stark, ein blint herze sehende, ein kalte sele brińende. Es zúhet harnider den grossen gott in ein klein herze; es tribet die hungrigen sele vf zuo dem vollen gotte; es bringet zesamen dú zwoei geliebe, got und die sele, in ein wunekliche stat, da reden si vil von liebe. O we, ich vnseliger entphâ sis sak(rament) dar, dz ich nit gesterben mag.“

4 Martin Ramm: Die letzten Dinge. Thalwil 2007.

5 Franz von Sales: Werke, Bd. 1: Philothea. Anleitung zum frommen Leben. Aus dem Französischen übertragen und erläutert von P. Dr. Franz Reisinger OSFS. Eichstätt 1959, II,10: Die Morgenübung, 2.

6 Teresa von Ávila: Werke Bd. 3: Gedanken zum Hohenlied, Gedichte und kleinere Schriften. Vollständige Neuübertragung. Hrsg., übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan, OCD; Elisabeth Peeters, OCD. Freiburg, Basel, Wien 2004: Die Gedichte I: Lyrisch-mystische Gedichte, S. 344.

Kategorie(n): Glauben.

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